Harmonie [griechisch - harmonia / Fügung]

Harmonielehre, die Lehre von den Akkorden und Akkordfolgen innerhalb der Dur-Moll-Tonalität, also ein musiktheoretisches System, das insbesondere der Musik des 18. und 19. Jahrhundert adäquat ist und sie als harmonisch erklärt. Das Grundelement der Harmonielehre ist der aus zwei Terzen geschichtete Dreiklang. Dessen Grundton bestimmt die Stelle des Akkords im System (z.B. c-e-g als C-Dur Akkord), dessen Terz das Geschlecht, Dur oder Moll (in C-Dur: e, in c-Moll: es). Der Grundton kann zugleich der tiefste Ton sein. (sogenannte Grundstellung, z.B. c-e-g), er kann aber auch höher im Akkord liegen. (sogenannte Umkehrung, z.B. e-g-c oder g-c-e). Weitere Töne im Terzabstand können den Dreiklang zum Septakkord (z.B. c-e-g-b) und Nonakkord (c-e-g-b-d) ergänzen oder ihm als >harmoniefremde Töne< spezifische Färbungen verleihen. Akkordbeziehungen werden in erster Linie nach dem Intervall ihrer Grundtöne bestimmt, wobei als wichtigstes Intervall die Quinte gilt. (Quintbeziehung zeigen z.B. C-Dur und G-Dur). Häufige und grundlegende Akkordfolgen stellt die Harmonielehre in Kadenzen dar, die zugleich tonale Flächen repräsentieren können. Sie bilden so den Ausgangspunkt einer harmonischen Analyse, die allerdings auch kompliziertere Zusammenhänge zu erfassen hat, etwa den Übergang in andere Tonarten (Modulation), die Unterscheidung harmonisch festerer und lockerer Partien u.ä. Die Harmonielehre entwickelte sich aus der Generalbaßlehre. Entscheidenden Anstoß gaben die musiktheoretischen Schriften von Rameau (ab 1722). Sie trat nach 1800 zunächst weitgehend als ein System von Stufenbezeichnungen auf, das allen sieben Stufen der Tonleiter Akkorde zuordnet (in C-Dur: c-e-g, d-f-a, e-g-h usw.) und deren Vorkommen und Anordnung beschreibt. Erst im 19. Jahrhundert entwickelte sich als Alternative dazu die Funktionstheorie, die alle wesentlichen Akkorde einer Tonart auf eine Tonika und die ihr beigeordneten Hauptfunktionen Dominante und Subdominante bezieht.